Notizen

3. Juni 2025

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KI · Governance

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9 Min.

KI-Governance für Finanzsysteme: eine Praktikerperspektive

Was KI-Governance auf Implementierungsebene bedeutet: Modellrisiko, Evaluation Gates, Observability und Verantwortlichkeiten.

KI-Governance in Finanzdienstleistungen ist keine vage Ambition mehr, sondern eine operative Anforderung. Die Lücke zwischen Richtlinien und implementierten Kontrollen ist dort, wo Audits Probleme finden.

Modellrisiko für LLMs

Sprachmodelle sind aus Risikosicht ebenfalls Modelle. Sie brauchen Inventar, vorgesehenen Einsatz, Grenzen, Owner, unabhängige Validierung, laufendes Monitoring und Dokumentation materieller Änderungen.

Die Herausforderung: LLMs erzeugen Text. Jede Anwendung muss definieren, was Performance bedeutet und welche Änderungen an Prompt, Retrieval-Korpus oder Modellversion materiell sind.

Evaluation Gates

Gates blockieren Deployments, wenn Modell oder Prompt Kriterien nicht erfüllen. Für juristische Systeme können das Extraktionsgenauigkeit, Ablehnungsrate außerhalb des Scopes, Konsistenz und maximale Latenz sein.

Schwellenwerte sind nicht universell. Sie müssen mit Risiko, Compliance und Business anhand der Folgen eines Fehlers festgelegt werden.

Observability

KI-Systeme brauchen Metriken auf Infrastruktur-, Anwendungs- und Governance-Ebene. Neben Latenz und Fehlern zählen Prompt-Version, Modell, Kosten, Cache, Fallback, Ergebnisverteilung und Nutzung alter Versionen.

Operative Verantwortung

Echte Governance beantwortet vor dem Incident: Wer genehmigt Deployments, wer erhält Alerts, wann wird pausiert, wie werden Overrides erfasst und wie werden frühere Entscheidungen reproduziert?

Governance, die nie unter Druck getestet wurde, kann im Ernstfall versagen. Dokumentation muss kurz, aktuell und überprüfbar sein.